Frisches Gras → Silage – Warum werden unsere Tiere nicht auf die Weide geführt?

Nur ca. 7 ha Grasfläche schließen an unser Hofgrundstück an und werden aber auch noch durch eine Kreisstraße abgetrennt. Damit könnten wir ca. 15 Milchkühe versorgen.

Das reicht nicht um unsere 140 Milchkühe auf die Weide zu lassen.

Konserviertes Gras (Silage) ist von den Inhaltsstoffen besser in eine Futterration einzuarbeiten, das heißt die Kuh kann gleichmäßiger mit Nährstoffen versorgt werden.

Wenden des Grases zum Antrocknen
Wenden des Grases zum Antrocknen

Bei der Grasernte versuchen wir den optimalen Entwicklungsstand des Grases beim Schnittzeitpunkt zu erreichen, d.h. das Gras muss reif sein, es sollen sich Energie und Rohfasergehalt (beim Menschen etwa wie Ballaststoffe) in einem guten Verhältnis befinden.

Gemeinsames Überpruefen des Schwaders
Gemeinsames Überprüfen des Schwaders

Darum sind wir ganz unruhig, wenn das Gras im Wachstum so weit wäre, aber das Wetter keine Grasernte zulässt. Es hängt die Qualität des Futters von diesen Tagen ab, denn eine Grasernte reicht in der Menge bis zu fünf Monate für unsere ganzen Tiere.

Für eine gute Silagequalität ist Sonne und trockene Witterung essentiell.

Gras enthält bei gutem Schnittzeitpunkt viel Eiweiß, bis zu 18 %.

Gras mähen
Gras mähen

Beim Füttern von frischem Gras (nicht siliert) schwanken die Inhaltsstoffe. Auf wenn die Witterung nass und kalt ist, verschlechtert sich die Futterqualität schnell. Die Kuh, die jeden Tag ihre Milch produziert, ist damit einer Unter- oder Überversorgung von Nährstoffen ausgesetzt und reagiert mit Durchfall, Müdigkeit, Abmagerung oder Verfettung. Allen Problemen, die wir Menschen kennen, wenn wir zu viel oder zu wenig essen.

Die ständige Neuberechnung und Bewertung einer guten Futterration und die tägliche Überwachung, ob das Futter den Mädl´s schmeckt oder wieso nicht, gehört zum „Bauer sein“.

Auch bei der Kuh gilt:  sie ist, was sie frisst

Futter →  Das Beste  

  1. → gesund für die Kuh
    → möglichst eigenproduziert
    → ohne Schnick-Schnack                  ist unser Ziel.

Täglich zweimal wird unseren Milchkühe frisch gemischtes Futter vorgelegt und regelmäßig neu vorgeschoben.

Dabei mischen wir Grassilage, Maissilage, Getreideschrot, Stroh, Biertreber (Fa. Kühnert), Rapsschrot (vom Lagerhaus aus der Nähe bezogen) so zusammen, dass die Kuh sich nicht zu viel von den Leckerlies (Raps, Getreide raussuchen kann.

Damit nimmt sie immer auch genügend Grundfutter (Grassilage, Maissilage) auf um gesund zu bleiben.

Auch bei der Kuh gilt:  sie ist, was sie frisst. Darum ist Futterqualität so wichtig.

Durch beobachten des Fressverhaltens und der Fresslust sehen wir auch, ob sich die Kuh wohlfühlt.

Die Kuh frisst ca. sechs Stunden täglich. Dabei nimmt sie im Durchschnitt 40 kg Futter auf.

Dann legt sie sich in eine Liegebox und kaut wieder. Eine gesunde Kuh liegt 12 Stunden am Tag in 70 minütigen Liegeperioden.

Die Liegefläche soll weich, warm und großzügig sein. So gestaltet, dass sie von anderen Tieren nicht bedrängt wird.

Tiere, die sich in die – letzte Ecke – verziehen, haben oft ein Problem.

Das Erkennen, wie es dem Tier geht, wird seit einiger Zeit erst so richtig erforscht.

Wir versuchen durch regelmäßige Fortbildungen unseren Wissensstand zu erweitern und unsern Tieren Gutes zu tun.