Unsere Milchkühe → die Mädls

Unsere fleißigen Milchproduzentinnen gehören der Rasse Holstein-Frisian (Schwarzbunt) an. Nur einige wenige Rotbunttiere und eine Fleckviehkuh, unsere Zimti, sind noch da. Diese Schwarzbuntrasse findet man in Bayern, vor allem im Niederbayern eher selten.

Ihre Rasseeigenschaften liegen in einem feinfühligen Gemüt und der Milchproduktion, die im Vordergrund liegt. Ihr Körper ist groß und schlank (ihre Fleischteile sind weniger ausgeprägt), sie gehen Aggression von außen in der Regel aus dem Weg, da ihnen das natürliche Fluchtverhalten der Rinder noch im Wesen liegt.

Unsere Tiere sind sehr fleißig, sie geben bei uns durchschnittlich 10.000 Liter Milch im Jahr. Dafür brauchen sie aber gute Betreuung, Aufmerksamkeit und müssen sich wohlfühlen in ihrem Stall.

Damit eine Kuh Milch gibt, braucht sie regelmäßig ein Kalb, um die Milchproduktion wieder anzuregen.

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Bullenkalb Igor stillt den ersten Hunger bei Mama Isma

Nach dem die Mutterkuh ihr Kalb trocken geschleckt und evtl. gesäugt hat (manchmal mag die Kuh oder das Kalb nicht), bringen wir das frischgeborene Kalb in ein mit Stroh eingestreutes Iglu. Jetzt sind sie geschützt vor Kälte und der Neugier anderer Tiere. Kälber haben wenig eigene Abwehr, die Immunstoffe nehmen sie erst mit der ersten Milch der Kuhmutter auf.

Im Iglu können wir es genau beobachten und tränken. Das Kalb hat trotzdem Sicht- und Schnupperkontakt zu den anderen kleinen Kälbern in den Nachbariglus.

Nach zwei Wochen geht es in die Gruppe, denn Rinder sind Herdentiere, die am liebsten gemeinsam leben.

Dabei ist wichtig, das schwächere Tiere nicht ausgegrenzt werden können (verdrängt von Futter und Schlafplatz).

Ein schwarzbuntes Kalb braucht im Bauch der Mutterkuh 280 Tage, um aus einer befruchteten Eizelle zu einem lebensstarken Kalb heran zu reifen.

60 Tage bevor das Kalb rechnerisch auf die Welt kommen soll, wird die tragende Kuh nicht mehr gemolken (→ sie wird trocken gestellt).

Sie kommt aus der großen Herde heraus in eine Gruppe mit anderen großträchtigen Kühen (Kühe und Kalbinnen, die nicht mehr lange zum Kalbetermin haben). Jetzt könne  sich die werdenden Mütter ganz auf die Entwicklung ihres Kalbes konzentrieren, müssen nicht mehr in der großen Herde um ihren Rangplatz kämpfen und können sich ausruhen. Sie brauchen mehr Ruhe als milchgebende Kühe. Außerdem enthalten sie Futter, das weniger Energie und viel Rohfaser enthält. Das Muttertier braucht weniger Energie (keine Milchproduktion) und soll nicht fett werden.

Drei Wochen vor dem Kalbetermin wird die Kuhmutter wieder mit energiereicherem Futter versorgt, um sie auf die Geburt vorzubereiten und den Geburtsvorgang zu unterstützen.

Auf unserem Betrieb geborene Kälber bleiben bei uns, bis sie als weibliches Kalb eine Milchkuh werden, oder als männliches Kalb ein Zuchtbulle für unseren Betrieb oder ein Schlachtbulle, der dann von unserem Händler zum Schlachthof gebracht wird.